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Heute vollzieht sich das Blochziehen so:
Im Spätherbst, bevor es zuschneit, holen einige kräftige
Männer und Burschen den "Bloch" - eine schöne
Zirbe - aus dem Fisser Almgebiet. Der Bloch wird gefällt, die
Äste bleiben aber am Baum. Nur das Astwerk auf der Unterseite,
das beim Blochziehen hinderlich ist, wird entfernt. Die beim Transport
aus dem Wald gebrochenen Äste werden wieder angeschäftet.
Der Gipfel muss auf jeden Fall unversehrt sein. Die Zirbe wird zum
Kulturhaus geführt und dort "aufgeantert" (auf Holzblöcken
gelagert).
Das Komitee, das bereits ein Jahr vor dem Blochziehen gewählt
wurde, verteilt die einzelnen Rollen. Dabei ist zu beachten, dass
kein weibliches Wesen, aber auch kein Auswärtiger aktiv am
Blochziehen beteiligt sein darf.
Am Tag des Festes, um halb eins, laufen die Schallner, die Mohrelen
und der Bajatzl durch das Dorf und künden dadurch den Beginn
des Zuges an. Es ist dies gleichsam ein Wegaufmachen, ein Vertreiben
der Dämonen und bösen Geister, bevor der Bloch kommt.
Beim Kulturhaus treffen sich sodann alle Fasnachter, allerdings
ohne Bär und Miasmann, und begeben sich an ihre Plätze.
Die Einteilung beim Baum erfolgt durch den Fuhrmann, der während
des Blochziehens die Kommandos gibt.
Die Bärentreiber und Mohrelen an die Deichsel, die Oberhexe
in die Hütte, die Scheller (Schallner), Bauern und anderen
Handwerker an die Querhölzer am Baum und der Schwoaftuifl ans
Ende des Baumes, wo er immer wieder versucht diesen durch "schrepfen"
(bremsen) zu stoppen. Frei um den Baum herum und auf den Hausdächern
treibt der Bajatzl seine Spässe.
Ebenso der Giggeler, der ab und zu eine Dorfschöne belästigt.
Selbstverständlich ist auch die fasnachtlich gekleidete Musikkapelle
dabei, deren Marketenderinnen durch Männer abgelöst wurden.
So setzt sich der Zug in Bewegung. Aber schon am ersten Hauptplatz
- beim Platzbrunnen - stockt es, und der Bär muss
zum Mitziehen eingefangen werden. In der Zwischenzeit sagen die
Hexen Sprüche auf, in denen sie Dorfgegebenheiten an die Öffentlichkeit
bringen. Der Bär wird nun mit einer Kette vorn an die Deichsel
gespannt und der Zug geht weiter.
Im Laufe dieser Steigung kommt dieser wieder zum Stehen. Weitere
Hilfe wird benötigt, und der Miasmann muss eingefangen werden.
Auch er wird vor den Baum gespannt und muss nun mitziehen.
Unbewachte Augenblicke nützen jedoch die Hexen und der Schwoaftuifl,
um den Bären und den Miasmann freizulassen, worauf diese wieder
eingefangen werden müssen. Nun geht es weiter in die sogenannte
Vorstatt. Hier wird wieder Halt gemacht. Anschließend muss
eine Kurve und Gefälle bewältigt werden. Da sind die Praxer
gefordert, um den Baum in die entsprechende Richtung zu bekommen.
So mancher Schlitten ist hier zu Bruch gegangen. Er muss ausgewechselt
werden und eine erzwungene Pause ist die Folge.
Schließlich wird der Bloch durch das Dorf bis zum "Fonnesplatz"
gezogen. Dort wird er zusammen mit mehreren Festmetern Holz versteigert
und der Umzug beendet. Die Versteigerung erfolgt durch den jeweiligen
Bürgermeister. Anschließend wird der Baum wieder zum
Ausgangspunkt, dem Kulturhaus, zurück gebracht.
Beim Betläuten am Abend darf sich keine am Umzug beteiligte
Maske mehr sehen lassen.
Für die Mühen des Tages wird nach Ostern ein Fasnachterball
abgehalten.
Der Vollzug dieses alten Brauches ist immer wieder ein großes
Ereignis für die Dorfgemeinschaft, die hoffentlich noch lange
das Priester- und Dichterwort Ottokar Kernstocks beherzigen mögen.
"Besser kann kein Volk vererben,
als ererbten Väterbrauch,
wo des Landes Bräuche sterben,
stirbt des Landes Blüte auch."
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