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„Masken sind mehr als Verkleidung.
Sie sind Ausdruck uralter Symbolik,
Gemeinschaft und lebendiger Tradition.”

Tradition in Farbe und Bewegung

 

Beim Blochziehen in Fiss stehen kunstvoll geschnitzte Masken und uralte Fasnachtsfiguren im Mittelpunkt. Sie spiegeln die jahrhundertelange Auseinandersetzung der Menschen mit den mächtigen Naturkräften im Jahreskreis wider und erzählen vom harten, von den Alpen geprägten Leben der bäuerlichen Bevölkerung in Tirol.

 

Jede Maske und Figur bringt ihre eigene Rolle ins Fest – als Verkörperung des Frühlings, als Bedrohung des Winters oder als humorvolle Begleiter des Zuges – und macht die Tradition sichtbar und erfahrbar.

Alle 4 Jahre wird für das Fisser Blochziehen vom Ausschuss eine andere Leitfigur gewählt, die auf allen Werbemaßnahmen dargestellt wird – Sie spielt eine Art Hauptrolle beim Blochziehen. War 2023 der "Schwoaftuifl" die Leitfigur, ist beim kommenden Blochziehen 2026, der "Fuhrmann" als zentrale Rolle ausgewählt worden.

Fuhrmann
Der Fuhrmann

sorgt für den reibungslosen Ablauf des Blochziehens. Sein Tun erfordert Umsicht, rasche Entscheidung und schnelles Handeln.

Schallner
Die Schallner

symbolisieren die Jugend, das Dynamische, den Aufbruch. Diese konditionsstarke Fastnachtsgruppe braucht enorme Kraft und Ausdauer, um während des Umzuges bis zu 15kg schwere Schellen zu tragen, deren unheimlicher, ehrfurchtgebietender, ohrenbetäubender Klang bereits vor dem eigentlichen Umzug den Brauch einläuten und nach altem Volksglauben das Böse, Geister und Dämonen vertreiben soll.

Bajatzl
Der Bajatzl

ist ein sehr flinker und "grueriger" (wendiger) Bursch. Er ist viel auf den Dächern zu sehen und macht überall seine Späße und treibt Schabernack. Er ist ein Symbol des Guten und verkörpert das Lustige und Heitere im Leben.

Giggeler
Der Giggeler

kann nur von einem Unverheirateten verkörpert werden. Er ist schlank, klein, und schnellfüßig und ein Symbol der Fruchtbarkeit, der ab und zu eine Hexe oder auch eine Dorfschöne belästigt.

Schwoaftuifl
Der Schwoaftuifl

mit seinem charakteristischen Kuhhaarschwanz drängt sich mit seinen diabolischen Waffen, einer großen geschmiedeten Gabel und Holzkelle  unter die Zuseher und versucht stetig, zusammen mit den Hexen, das Weiterkommen der Blochzieher zu verhindern.

Die Hexen
Die Hexen

verkörpern die Rolle der bösen Geister und Dämonen, die ähnlich dem Schwoaftuifl das Weiterkommen des Bloches verhindern.

 

Sie repräsentieren auch den grimmigen Winter, der früher den Menschen sehr zu schaffen machte. Sie machen mit ihrem Geschrei und schwingenden Besen Platz für die nachfolgenden Masken, sie tanzen zu den Klängen der Musik und Sie drängen die Zuseher zurück, führen ihren speziellen Hexentanz auf und versuchen zusammen mit dem Schwoaftuifl das Weiterkommen des Blochs zu verhindern.

 

Und zudem sagen sie in ihrer hinterlistigen Art Sprüche auf, die so manchem Fisser eine persönliche peinliche Begebenheit der letzten Zeit in Erinnerung ruft. Hexen verkörpern beim Blochziehen damit auch die für die Fastnacht so typische soziale Kontrolle.

Miasmann
Der Miasmann

Der Moosmann oder Wilde Mann mit seinem Kostüm aus Baumflechten zählt zu den mythologischen Gestalten. Er ist ein unheimliches Wesen und verkörpert die ungezwungene Natur im Menschen, das Ungestüme, das Wilde („Bei Moos, Wasser und Schwämmen im Wald aufgewachsen und an Stärke ohnegleichen..."), das nur von einem kräftigen Burschen dargestellt werden kann.

 

Er wird beim Umzug am Toalstock eingefangen und neben dem Bären mit einer Kette an die Deichsel gespannt. Die beiden unheimlichen und ungestümen Wesen müssen mit viel Mühsal gebändigt werden. Und erst am Ende des Umzuges tragen sie mit vereinten Kräften dazu bei, dass der Bloch an seinem Bestimmungsort im Dorfzentrum landet.

Der Bär
Der Bär

wird von einem großen und starken Bursch verkörpert. Er ist ein Symbol der Fruchtbarkeit, wird vor dem ersten Anstieg eingefangen und vor den Bloch gespannt, um ein ungehindertes Fortkommen zu sichern. Das Bändigen des Bären bedeutet auch das Besiegen der Naturgewalten, sprich Winter, Kälte, Frost und Eis.

 

Die Mohrelen
Die Mohrelen

werden von kleinen, aber konditionsstarken Burschen und Männern verkörpert und sind beim Einfangen des Bären durch das Legen einer Seilschlinge behilflich. Sie sind von schwarzer Gestalt und fremdartigem Aussehen und symbolisieren das Bemühen, sämtliche Kräfte zu mobilisieren, um das Böse, die Geister und Dämonen zu vertreiben. Durch das Klingen der kleinen Schellen soll das Frühlingserwachen sanft eingeläutet werden.

Bärentreiber und Jäger
Bärentreiber und Jäger

Vorne an der Deichsel stehen die Bärentreiber und Jäger. Sie fangen und bändigen Bär und Miasmann, die sich nicht vertragen und den Zug oft behindern. Vom Können dieser Männer hängt das Vorankommen des Blochs ab. Als Naturbändiger verkörpern sie jene Kräfte, die das Wilde zähmen und den Weg freimachen.

Neben den oben erwähnten Hauptrollen gibt es eine Vielzahl anderer Figuren, die mitten aus dem dörflichen Leben genommen sind wie zum Beispiel Bauernpaar, Brautpaar, Wanderkrämer, Holzer, Liebespaar, Wirtspaar, Schneiderpaar, Schusterpaar, Müllerpaar, Kraxenträger, Musikanten, Zimmerleute, Wahrsager, Dienstboten, Bettler, Tischler, Vogelhändler, Zigeuner und viele mehr.

 

Bauernpaar-AltBrautpaar-JungMusikkapelleZigeunerpaar

weitere Bilder

  • Bauernpaar-Jung
  • Bettlerpaar
  • Bruder-Schwester
  • Dienstbote
  • Holzer
  • Karner
  • Kraxentraeger
  • Muellerpaar
  • Schneiderpaar
  • Schusterpaar
  • Tischlerpaar
  • Vogelhaendler
  • Wahrsager
  • Wirtspaar
  • Zimmernann

Auch verschiedene Wagen begleiten den Zug und spiegeln das frühere Leben im Dorf wider. Dazu gehören Brautwagen und Karnerwagen, während der Krämerwagen und die Almhütte unterwegs für das leibliche Wohl sorgen.

 

Almwagen_MANUEL_PALEKarnerwagen_MANUEL_PALEKraemerwagen_MANUEL_PALEheuwagen_PALE-Manuel

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  • essen_Andreas-Kirschner
  • wagen_Andreas_Kirschner
  • wagen_MANUEL_PALE

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